IHK-Bereichsleiter Simon Kaiser
Ausbildung mit gesetzlichem Schutz

Simon Kaiser leitet bei der IHK den Geschäftsbereich der Aus- und Weiterbildung.
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Ortenau. Auch der Ausbildungsstart in diesem Jahr steht wohl noch unter den Vorzeichen der Pandemie. Wie die Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein, deren Betriebe und die Azubis damit umgehen können, dazu befragt Rembert Graf Kerssenbrock Simon Kaiser, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung.

Betriebe werden Verantwortung gerecht

Wie versuchen die Betriebe, die Qualität der Ausbildung mit den fortlaufend geltenden Einschränkungen hoch zu halten?
Der Grad der Betroffenheit von der Pandemie ist in der Wirtschaft und damit auch in den Ausbildungsbetrieben höchst unterschiedlich. In manchen Branchen herrscht Hochkonjunktur, während andere von gesetzlichen Schließungen betroffen sind. Die betriebliche Ausbildung genießt auch in schwierigen Zeiten einen hohen gesetzlichen Schutz. Salopp formuliert: Azubis und Ausbilder sind die letzten, die in Kurzarbeit geschickt werden dürfen. Die Betriebe wurden dieser besonderen Verantwortung in vorbildlicher Weise gerecht. In vielen Fällen wurde selbst bei Betriebsschließungen die Ausbildung unvermindert fortgesetzt. Natürlich hat alles seine Grenzen. Die duale Ausbildung lebt ja gerade davon, dass sie nicht im Labor, sondern mitten im Tagesgeschäft stattfindet.

Was hat sich dennoch geändert?
Nicht nur die Ausbildungsbetriebe, sondern auch die beruflichen Schulen sind massiv von der Pandemie betroffen. Nicht immer ist es reibungslos gelungen, auf Fernunterricht umzustellen. Und nicht für jeden Auszubildenden ist Homeschooling eine funktionierende Alternative. Im Ergebnis sind die Ausbildungsbetriebe aktuell stärker als sonst gefordert, auch schulische Ausbildungsinhalte im Betrieb zu vermitteln beziehungsweise zu vertiefen.

Hat die Vielfalt der Ausbildungsmöglichkeiten von Industrie und Handel gelitten?
Nein, das Angebot ist nach wie vor äußerst vielfältig. Allerdings, soviel gehört zur Wahrheit dazu, ist das Angebot in manchen Branchen derzeit kleiner als in normalen Zeiten. Ich sehe darin aber auch eine Stärke des deutschen dualen Systems der Berufsbildung: Das Angebot an Ausbildungsplätzen korreliert eng mit der Nachfrage an Arbeitskräften. Es gilt also auch in Coronazeiten, dass eine Ausbildung die besten Chancen auf einen guten Einstieg in das Berufsleben bietet.

Stellen Sie Veränderungen gegenüber den Vorjahren fest: etwa, dass Abiturienten gehen verstärkt aufs Studium oder verstärkt auf eine duale Ausbildung?
Für solche strukturellen Beobachtungen ist es noch etwas früh. Klar erkennbar ist allerdings, dass die Unternehmen zuletzt wieder mehr Auswahl in den Bewerbungsverfahren hatten als in den Jahren zuvor. Schwerer haben es also aktuell vor allem Bewerber, die etwa in Bezug auf den Schulabschluss oder die allgemeine Ausbildungsreife keine idealen Voraussetzungen mitbringen.

Hat die IHK ihr Angebot als Unterstützung für die Betriebe verändert? Sind andere Formate gefragt?
Ja, selbstverständlich sind auch wir aktuell verstärkt über Telefon und Videokonferenz in der Beratung aktiv. Auch unsere Aktivitäten im Bereich der Berufsorientierung haben wir so gut wie möglich digitalisiert, beispielsweise mit dem Online-Bewerbungstraining für Schulklassen. Besonders freue mich auf unseren IHK-Ausbildertag, den wir am 20. April als virtuelles Barcamp durchführen und damit allen Ausbildern auch in der Pandemie eine gute Plattform zum Netzwerken und für den fachlichen Austausch bieten. Am 18. und 19. Mai wird es dann auch noch ein Online-Speeddating geben. Da bin ich sehr gespannt auf die Resonanz der Schüler.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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