Wir haben nachgefragt
Regionale Produkte gibt es in vielen Supermärkten

Obst aus der Region hat kurze Transportwege.
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  • Obst aus der Region hat kurze Transportwege.
  • Foto: Guido Gegg Werbefotografie
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Ortenau (djä). Die Genußregion Ortenau ist ein Füllhorn mit ihren hier produzierten Lebensmitteln höchster Qualität. Da stellt sich doch die Frage, wie man als Verbraucher dieses köstliche Angebot nutzen und dabei auch noch etwas für die Umwelt und die Erzeuger "nebenan" tun kann. Natürlich gibt es Wochenmärkte, den Direktvertrieb am Straßenstand oder im Hofladen – trotzdem kaufen viele Kunden gerne im Supermarkt ein, weil sie dort alles an einem Ort vorfinden. Gibt es auch im Lebensmittel-Einzelhandel lokale Produkte? Unterstützen die Händler kleine regionale Produzenten bewusst und fragen Kunden tatsächlich gezielt nach Lebensmitteln, die aus ihrem direkten Umfeld stammen? Die Guller-Redaktion hat nachgefragt.

Hier geerntet, verarbeitet, verpackt und verkauft

"Regionale Lebensmittel quer durch das gesamte Sortiment sind seit mehreren Jahrzehnten fester Bestandteil unseres Lebensmittelangebots. Unsere rund 500 selbstständigen Kaufleute pflegen gute Beziehungen zu ihren regionalen und lokalen Lieferanten", antwortet Christhard Deutscher von Edeka Südwest. Als Regionalgesellschaft biete man regionalen Erzeugern darüber hinaus die Möglichkeit, ihre Produkte in das Edeka Zentrallager zu liefern, wo diese dann von den Edeka-Märkten abgerufen werden können. Die sich meist in Familienhand befindlichen Erzeugerbetriebe würden so zusätzliche, oftmals weitreichende Absatzchancen gewinnen. Hinzu komme das regionaltypische Markenprogramm „Unsere Heimat – echt & gut". Diese Produkte würden hier geerntet, verarbeitet, verpackt und verkauft.

Der Umwelt schuldig

"Als Acherner Familienunternehmen pflegen wir schon immer enge Kontakte zu lokalen Erzeugern", sagt Susanne Scheck-Reitz vom Scheck-In-Einkaufs-Center, der das Thema "Aus der Region für die Region" eine Herzensangelegenheit ist. "Zum einen sind wir dies unserer Umwelt schuldig, zum anderen möchten wir natürlich den Wirtschaftsstandort stärken", betont sie. Das Angebot in Achern umfasse deshalb verschiedenste Produkte lokaler Erzeuger wie Erdbeeren, Kürbisse, Forellen, Wurstwaren, Säfte und Weine, Spirituosen und vieles mehr aus der Umgebung. "Unsere Kunden fragen gezielt nach Produkten aus der Region und es ist zu beobachten, dass besonders in der jüngeren Generation ein starkes Bewusstsein heranreift, die Region zu stärken und die Umwelt durch Vermeidung langer Transportwege weniger zu belasten", berichtet sie.

"Unsere Kunden legen großen Wert auf regionale Produkte. Saisonale Artikel wie die 'Tellergallerei' wurden sogar schon Mitte September nachgefragt, obwohl die Produktion erst mit der kühlen Jahreszeit beginnt", erzählt Harald Baumann. Bei Edeka Baumann in Hornberg finden die Kunden Weine, Eier, Käse, Mühlenprodukte, Erdbeeren, Honig und Brot von lokalen Erzeugern. Es gibt Wurstwaren aus einer Fachmetzgerei im Ort, Edelbrände aus Berghaupten und geräucherte Bratwurst aus Niederwasser. "Wir favorisieren Lokalität, damit die Wertschöpfung in der Region bleibt", sagt Baumann. Positiv sieht er hier kurze Transportwege, Nachhaltigkeit und Frische.

"Frischer geht's nicht"

"Unsere Kunden unterstützen die Region gerne und haben auch viel Vertrauen in diese Produkte. Regionale Produkte müssen nicht teurer sein", meint Gerd Kohler, der neun Edeka Märkte betreibt, unter anderem in Lahr und Kehl. "Frischer geht's nicht", beschreibt er die Lieferwege besonders von Spargel und Erdbeeren. In seinen Märkten gibt es "von hier" Feldsalat, Säfte, Milchproduke und Käse, dazu Kalbfleisch, Wurstwaren, Kuchen und Süßes. Auch  Eier und Nudeln, Kartoffeln, Äpfel, Weine, Forellen und viele weitere lokale Erzeugnisse stammen aus der Umgebung und stärken auch kleine heimische Betriebe.

"Die regionalen Lieferanten wurden bei uns schon sehr lange forciert. Durch kurze Wege sind die Produkte mindestens einen Tag frischer als bei einem Bezug über den Großhandel", sagt Carolin Timm von Edeka Timm-Zinth in Offenburg. Ihre Kunden nehmen das Angebot sehr gut an. "Viele wertschätzen Lebensmittel wieder mehr und es ist ihnen nicht egal, woher diese kommen und unter welchen Bedingungen sie produziert werden", so Timm. Von Eiern und Teigwaren, Molkereiprodukten, Backwaren, Flammenkuchenböden, Eis, Suppen, Würzmischungen, Sauerkonserven, Feinkost und Oliven, Miso und Tofu, Obst, Beeren und Gemüse, Wurst, Fleisch und Fisch bis zu Getränken: Die Palette der Lebensmittel aus der Umgebung ist hier riesig.

"Als ehemaliger 'Krämerladen' setzen wir traditionell auf viele regionale Artikel. Nicht nur, weil es sich in einer Obst- und Weinbauregion anbietet, sondern aus Überzeugung", erklärt Jens Decker. Seine Frische-Center vermarkten und unterstützen damit eine Vielzahl von lokalen Erzeugern. Nicht weit von Deckers Frische-Center in Oppenau, Oberkirch, Zusenhofen und Appenweier reifen Äpfel, jede Art Beeren, Kürbisse und Gemüse auf den Feldern. Angeboten werden auch Schweine- und Rindfleisch sowie Forellen und Getränke von heimischen Erzeugern: "Unsere Erfahrungen mit den regionalen Erzeugern und Veredlern sind gut. Mit den meisten arbeiten wir bereits länger zusammen. Die Kunden sind begeistert von regionalen Produkten, wenn Preis und Qualität stimmen."

Es ist so einfach

Gerade im Lebensmittel-Einzelhandel gibt es also ein wirklich großes Angebot. Regional einkaufen kann für die Kunden also ganz bequem und einfach sein.

Obst aus der Region hat kurze Transportwege.
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