Die Glosse im Guller
Vielen Dank an die Versicherung für die Erinnerung
- hochgeladen von Anne-Marie Glaser
Vier von fünf Familien fühlen sich im Alltag belastet. Die Rede ist von Familien mit Kindern unter 18 Jahren. Das ist das Ergebnis einer Studie, die eine bekannte Versicherung in Deutschland in Auftrag gegeben hat und vor ein paar Tagen für ein großes Medienecho sorgte. Nicht ganz so groß wie die miesen Umfragewerte von CDU und SPD oder der Irankonflikt. Aber sie war vielen Zeitungen, Radiosendern, TV-Nachrichtensendungen und natürlich digitalen Kanälen zumindest eine Meldung wert.
Anonyme Studie
Auch mich ließ die Zahl verwundert aufhorchen. Tatsächlich hätte ich gedacht, sie wäre höher. Aber vielleicht liegt das nur am Freundes- und Bekanntenkreis. Oder die 20 Prozent unbeschwerter Frohnaturen sind nur in anonymen Studien ehrlich. Am Ende kommt bei den anderen zur Überforderung noch Neid hinzu. Was der Ausschüttung von Glückshormonen nicht gerade förderlich ist. Doch zurück zur Studie: 78 Prozent haben das Gefühl, ständig an alles denken zu müssen. Bei den Frauen sind es sogar 89 Prozent. Das war bei mir damals nicht anders. Aus Angst, ja nichts zu vergessen, habe ich mir Listen geschrieben: Auto auftanken, Hundefutter und Windeln einkaufen, schlafendes Baby nicht im Einkaufswagen vergessen.
Dauerstress
60 Prozent der Eltern fühlen sich laut der aktuellen Studie im Dauerstress, haben zu wenig Zeit für sich selbst und sind erschöpft. Ihnen kann man ebenfalls nur zurufen: Willkommen im Club. Habt ihr nicht das Kleingedruckte im Mutterpass gelesen?
Aber warum hat eine Versicherung diese Studie in Auftrag gegeben? Ganz einfach, damit bekommt sie Aufmerksamkeit von Familien, die dann möglicherweise eine Police abschließen. Das ist keineswegs verwerflich, sondern kluges Marketing. Ich selbst werde zwar keinen Versicherungsvertrag unterschreiben, mich aber sofort als Babysitterin für die Enkel anbieten. Es gibt Erkenntnisse, die allgemein bekannt sind. Trotzdem ist es gut, daran erinnert zu werden.










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