Bislang gilt Stallpflicht in der Ortenau entlang einer 500-Meter-Zone zum Rhein
Vogelgrippe: Halter setzen auf Vorsichtsmaßnahmen

Wegen der Gefahr sich mit Vogelgrippe anzustecken, bleiben Hühner zur Zeit besser im Stall. | Foto: Foto: rek
  • Wegen der Gefahr sich mit Vogelgrippe anzustecken, bleiben Hühner zur Zeit besser im Stall.
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Ortenau. Am Bodensee gab es schon die ersten bestätigten Fälle, doch in der Ortenau liegen derzeit keine Verdachtsfälle auf Vogelgrippe vor. „Es handelt sich bei dem
aktuell gefundenen Erreger um den Subtyp H5N8 des hochpathogenen aviären
Influenzavirus“, so der Leiter des Veterinäramtes des Ortenaukreises,
Dr. Jan Loe­wer. Genau der gleiche Typ des Erregers hatte schon 2014 die
Halter von Geflügel und Vogelzüchter in Atem gehalten.

Seit kurzem gilt in der Ortenau in einem schmalen Streifen entlang des Rheins
bereits Stallpflicht. „Derzeit sind von der zwingenden Durchführung der
Biosicherheitsmaßnahmen nur die Geflügelhalter innerhalb der
500-Meter-Zone betroffen“, so der Leiter des Veterinäramtes. In diesem
Bereich werden die Betriebe vom Veterinäramt gezielt überprüft. Für sie
gilt, dass die Eingänge zu den Geflügelhaltungen mit einer
Schuhdesinfektion zu versehen sind. Der Zukauf über Geflügelmärkte,
-börsen oder -händler ist verboten. Wer weniger als 1000 Stück Geflügel
hat, muss Schutzkleidung beim Betreten des Stalls anlegen. Die Geräte,
die zur Ein- oder Ausstallung benutzt werden, müssen desinfiziert werden
– auch die Räumlichkeiten. Das gleiche gilt für die Transportmittel.
Geflügelbörsen oder Märkte sind verboten.

„Darüber hinaus wird allen Geflügelhaltern empfohlen, die aufgeführten Maßnahmen in ihrem
Betrieb ebenfalls umzusetzen“, ist Loewer in Kontakt mit Züchtern. Eine
Empfehlung, der man auf dem Geflügelhof Zapf in Gengenbach-Schwaibach
bereits nachkommt. „Die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Zapf-Hof mit
ihren Familienbetrieben unternimmt zum Schutz des Geflügels bereits
jetzt einiges“, erklärt Martin Zapf. Zwar gebe es aktuell keine
Stallpflicht für die Tiere, aber sie befinden sich derzeit in ihren
Gehegen, „weil die Lage doch unübersichtlich“ und der Bodensee als
betroffene Region doch „relativ nah“ sei. Zudem gebe es neben Wildvögeln
auch Enten an der Kinzig. Der Virus H5N8 der Vogelgrippe ist für den
Menschen selbst nicht gefährlich und ansteckend. Seien aber Tiere
befallen, „würde man es sofort erkennen, da die Sterberate sehr hoch
ist“, erklärt Zapf. Weitere Schutzmaßnahmen seien, dass Menschen, die
die Ställe betreten, eigene Kleidung anziehen und auch zuvor durch eine
Desinfektionswanne gingen. Zudem würden zusätzliche Maßnahmen gegen
Nagetiere wie Mäuse als Überträger des Virus ergriffen werden. Für Zapf
und alle Züchter der Region würde es dramatisch werden, sollte ein
infizierter Wildvogel tot gefunden werden. Dann fürchtet er drastische
Maßnahmen, auch wenn das Geflügel auf den Höfen selber gar nicht betroffen ist.

Auch beim Kleintierzuchtverein Kehl und Umgebung ist man hellhörig. „Wir haben noch keine Bestallungspflicht“, so Peter Neumann, der erste Vorsitzende. Vorsichtshalber blieben die Tiere aber derzeit in ihren Ställen. „Wir wollen kein Risiko eingehen.“ Deshalb
wird besonders auf die Hygiene im Umgang mit den Tieren geachtet. In
zwei Wochen soll in Neumühl die alljährliche Kreisschau der Ortenauer
Kleintierzüchter stattfinden. „Wir wissen noch nicht, ob wir die
Veranstaltung am 26. und 27. November absagen müssen“, so Neumann. Ganz
einfach ist es nicht, alle Tiere auf längere Zeit unterzubringen.
„Gerade Hähne kann man nicht in den gleichen Stall sperren“, erklärt der
Züchter. Die Tiere würden aufeinander losgehen.

Man werde sich nach den Anordnungen der übergeordneten Behörde richten, teilt die Stadt
Lahr auf Anfrage nach. Im Lahrer Stadtparke leben rund 30 verschiedene
Vogelarten, insgesamt 120 Tiere.

Autor: gro/rek/rö

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