Auswirkungen nach Abstufung der B36 zur L75
Weniger Autos und vermehrt Tempo 30

In Goldscheuer gibt es bereits Blitzanlagen zur Geschwindigkeitskontrolle, wie sie Neuried beantragt hat.
  • In Goldscheuer gibt es bereits Blitzanlagen zur Geschwindigkeitskontrolle, wie sie Neuried beantragt hat.
  • Foto: rek
  • hochgeladen von Christina Großheim

Rheinau/Kehl/Neuried (gro/rek). Fast zwei Jahre sind vergangen, seitdem aus der B36 die Landesstraße 75 zwischen Rastatt und Lahr wurde. Für die Anliegerkommunen verband sich mit der Herabstufung der vielbefahrenen Straße auch die Hoffnung, dass der Verkehr sich im Laufe der Jahre reduziert. Die Städte Kehl und Rheinau und die Gemeinde Neuried haben ein gemeinsames Lkw-Lenkungskonzept erarbeitet, das den Durchgangsverkehr für Brummis gerade in der Nacht erschweren soll. Dessen Umsetzung steht allerdings noch aus.

"Die durchschnittliche tägliche Anzahl der Kraftfahrzeuge hat sich von 5.924 auf 4.967 verringert, was ein Rückgang von 16 Prozent bedeutet", gibt Neurieds Bürgermeister Jochen Fischer Zahlen des Jahres 2016 der Landesverkehrszentrale wieder, die am Kreisverkehr bei Goldscheuer in Richtung Altenheim gemessen hatte.

In Kehl wurde schon vor einigen Jahren ein Lärmaktionsplan erarbeitet, der nun leichter umgesetzt werden kann. In den Kehler Ortsteilen Bodersweier, Marlen und Goldscheuer, durch die L75 führt, wurde Anfang 2015 Tempo 30 eingeführt, das durch stationäre Blitzer kontrolliert wird. In den südlichen Ortsteilen Goldscheuer und Marlen wurde die Durchgangsstraße umgebaut: die Fahrbahn wurde verengt, Schutzstreifen für Radfahrer eingerichtet, die Bushaltestellen auf die Fahrbahn verlegt.

"Nicht nur Tempo 30 macht sich bei uns bemerkbar", zieht Ortsvorsteher Richard Schüler eine positive Bilanz. Wegen der Schutzstreifen würde nicht mehr entlang der Durchgangsstraße auf der Fahrbahn geparkt. "Insgesamt ist der Verkehr durch Goldscheuer und Marlen langsamer geworden", so Schüler. "Wir haben 20 bis 25 Prozent weniger Verkehr, im Bereich der Lastwagen sind es sogar 25 bis 30 Prozent weniger Fahrzeuge." Schüler hofft auf die Umsetzung des Lkw-Lenkungskonzeptes, um weitere Erfolge erzielen zu können. Das Ausfahren von Grundstücken sei allerdings in den Stoßzeiten am Morgen, Mittag und Abend immer noch ein Problem.

Ein weiteres ist der Schleichverkehr, der versucht, die Geschwindigkeitsreduzierung und -kontrollen zu umgehen. So mancher hat auch die landwirtschaftlichen Wege für sich entdeckt. "Unser Feldhüter schreibt regelmäßig Fahrzeuge auf, die eine Verwarnung erhalten, wenn sie kein Anliegerverkehr sind", erklärt Schüler. 21 waren es vor kurzem.

Für Rheinau erklärt Bauamtsleiter Roland Mündel: "Durch die Umgestaltung der Hauptstraße mit der Ordnung der Längsparkplätze und dem Einbau der Querungshilfe und der dadurch bedingten Fahrbahnverengung ist die Verkehrssicherheit wesentlich verbessert worden. Die Anwohner sind mit der Umgestaltung sehr zufrieden. Der Verkehr fließt geordneter", so sein Resümee. Dass der Verkehr flüssiger fließt, glaubt Fischer festzustellen. Allerdings ist der Verkehr jetzt länger auf der Straße und damit im Ort unterwegs. Dadurch wird es erschwert, aus einem Grundstück oder einer Straße auf die Hauptstraße einzufahren.

Haben Bürger Neurieds anfangs eine geringere Lärmbelästigung empfunden hätten, klagen sie jetzt darüber, dass die Tempo-30-Regelung nicht eingehalten wird. Bei in Neuried regelmäßig durchgeführten Kontrollen, ist die gemessene Maximalgeschwindigkeit unverändert hoch, so Fischer. "Neuried hat bei der Straßenverkehrsbehörde einen Antrag gestellt, fest installierte Blitzer zu bekommen. Aktuell liegt der Antrag beim Landratsamt zur Entscheidung", hofft Fischer auf ähnliche Daueranlagen, wie sie in Goldscheuer bereits existieren.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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