In Corona-Zeiten gefordert
Sabina Wadenpohl vertritt die Schulleitungen

Seit Dezember ist die Leiterin der Erich-Kästner-Realschule die geschäftsführende Schulleiterin in Offenburg.
  • Seit Dezember ist die Leiterin der Erich-Kästner-Realschule die geschäftsführende Schulleiterin in Offenburg.
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Offenburg (st). Seit 14. Dezember 2020 ist Sabina Wadenpohl geschäftsführende Schulleiterin für die Grund-, Werkreal-, Gemeinschafts- und Realschulen sowie die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren in Offenburg. In Corona-Zeiten ist die Rektorin der Erich-Kästner-Realschule zusätzlich gefordert, nimmt aber auch Positives für die Zukunft mit.

Sabina Wadenpohl ist Ansprechpartnerin für die Schulleitungen und Bindeglied zwischen den einzelnen Institutionen – Schulen, Schulamt und der Stadt als Schulträgerin. Als sachkundige Bürgerin ist sie im Ausschuss für Schule und Sport sowie im Aufsichtsrat Bad aktiv. Sie vertritt die Schulleitungen bei bestimmten Anlässen wie Ernennung und Verabschiedung neuer Schulleitungen. Und sie organisiert die viermal im Jahr stattfindenden Schulleiter-Sitzungen mit der Stadt. Auch ein Schulbezirkswechsel läuft über ihren Schreibtisch.

Intensive Zeit

In Pandemiezeiten sieht es noch mal anders aus. „Ich empfinde diese Zeit als sehr intensiv, da unter den Schulen Absprachen und Austausch nötiger sind als im ‚normalen Alltag‘“, erklärt Wadenpohl. In vielen Bereichen sei ein gemeinsames Vorgehen sinnvoll, auch wenn letztendlich die Planung und Verantwortung in den Händen der Schulen selbst liegt. Darunter fällt beispielsweise wie Hygienemaßnahmen umgesetzt werden, die Zeit der Schulschließung organisiert wird oder die Anordnungen des Kultusministeriums zu verstehen sind. „Momentan sehe ich meine Aufgabe vor allem darin, aufkommende Fragen zu bündeln und an der entsprechenden Stelle zu klären. Hinzu kommt ein regelmäßiger Austausch mit dem Schulamt und der städtischen Schulabteilung; wichtig ist dabei, eine Transparenz zu schaffen und alle zu erreichen“, ergänzt die Pädagogin.

Auch das Homeschooling läuft in den Grundschulen anders als auf den weiterführenden Schulen. In den Grundschulen habe sich herausgestellt, dass die „klassischen Lernpakete“ für die Kinder am besten seien, um ihnen die nötige Struktur in einem Wochenplan mit dem entsprechenden Material wie Arbeitsblätter zu geben. Zur Unterstützung werden weiter Online-Plattformen genutzt, um mit den Kindern persönlich Kontakt zu halten. Zusätzlich kommen über Links kleine Lernvideos zum Einsatz.

Grundschul-Lehrkräfte erreichbar

„Außerdem haben unsere Grundschul-Lehrkräfte feste Zeiten, in denen sie für Eltern sowie Schülerinnen und Schüler telefonisch erreichbar sind. In den weiterführenden Schulen wird auch Online-Unterricht angeboten. Der Umgang und die Art liegt im Ermessen der Lehrkräfte und variiere je nach Jahrgangsstufe", informiert Wadenpohl. Mit den Schülern werde während der Unterrichtszeit über Chaträume und Videokonferenzen Kontakt gehalten, sodass Fragen unmittelbar geklärt werden könnten, ergänzt sie. Wadenpohl: „Die Kinder müssen zu bestimmten Zeiten ihre Anwesenheit zeigen.“ An der Erich-Kästner-Realschule habe man sich für die Plattform Sdui entschieden. Diese stehe grundsätzlich allen Schulen in städtischer Trägerschaft zur Verfügung, was aber von den Schulen unterschiedlich genutzt werde, weiß die Rektorin.

„Bei uns wird den Schülern der Aufgabenpool über eine digitale Pinnwand (Padlet) zur Verfügung gestellt, mit Wochenstruktur und Stundenplan. Manche Kollegen erstellen kleine Erklärvideos oder stellen Links in das Padlet. Für die einzelnen Fächer und Klassen gibt es Abgabeordner, über welche die Aufgaben an die Lehrkräfte geschickt werden müssen, bis zu einer bestimmten Uhrzeit oder einem bestimmten Tag. Wer Schwierigkeiten hat, kann diese auch per E-Mail verschicken. Jeder Lehrer hat eine eigene Schul-Mail-Adresse erhalten, über die er von den Eltern jederzeit erreicht werden kann oder ebenfalls über Sdui. Zudem telefonieren wir regelmäßig mit den Eltern und Kindern und verschaffen uns dadurch auch immer wieder einen Einblick“, gibt die Schulleiterin einen Einblick in den Online-Unterricht. Ihr Fazit: Alle Lehrkräfte und Schulleitungen sind sehr bemüht, individuell Lösungen zu finden und Familien – wo immer nötig – zu unterstützen.
Der Präsenzunterricht war bislang nur für Abschlussklassen möglich beispielsweise für die Prüfungsvorbereitung oder zum Schreiben von Klassenarbeiten.

Ein Stück Normalität geben

Nach den Fastnachtsferien sollen ab 22. Februar die Grundschulen wieder öffnen. In der Vergangenheit war hier die Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium nicht immer einfach. „Oft war es so, dass wir Schulen erst aus der Presse Informationen hörten, die konkreten Anweisungen aber oft später und auch anders über das Kultusministerium an die Schulen gelangten“, erklärt sie. So waren wir oftmals gezwungen, trotz kursierender Informationen abzuwarten, was für uns natürlich sehr unbefriedigend war. Nicht selten gingen Elternbriefe heraus, die dann wenige Tage später revidiert werden mussten. Die Umsetzung muss dann natürlich schnell erfolgen. Inzwischen planen wir Schulen im Voraus immer mehrere Szenarien“, erklärt Wadenpohl. Trotz allem versucht sie mit ihren Kollegen gemeinsam, Schülern und Eltern ein Stück Normalität zu geben. „Ich glaube, es ist wichtig, ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass wir für sie erreichbar sind und Struktur im Alltag geben. Oft sind es aber auch die kleinen Gesten, die hilfreich sind, wie eine kleine ‚Mutmachschokolade‘ im Lernpaket oder ein lustiger Podcast an die Schüler“, weiß sie aus Erfahrung. Die engere Vernetzung zeige jedoch auch, dass man voneinander profitieren kann und sollte, sieht Wadenpohl auch Positives für die Zukunft.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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