Kostenlose Betreuung in Berlin, in der Ortenau sieht das anders aus
Was müssen Eltern für einen Kindergartenplatz bezahlen?

Noch sind Ferien in der Kindertagesstätte St. Barbara. Ab Ende August werden wieder Kinder gegen Gebühr betreut
Noch sind Ferien in der Kindertagesstätte St. Barbara. Ab Ende August werden wieder Kinder gegen Gebühr betreut (Foto: ro)

Ortenau (ro). Jetzt ist der Garten der Kindertagesstätte St. Barbara in Hausach leer. Die Kinder und die Erzieherinnen sind im Sommerurlaub. Ende August geht der Betrieb weiter. Dann wird mit den Kindern dort wieder gebastelt und gespielt. In Berlin werden ab August keine Gebühren mehr für diese Dienstleistung erhoben. Die Eltern in der Ortenau dagegen müssen für die Betreuung ihrer Kinder bezahlen. Dabei sind die Preise im Landkreis unterschiedlich. So richten sich die Gebühren für einen Kitaplatz nach dem Träger, der Betreuungsdauer, dem Alter des Kindes und den Familienverhältnissen.

In den meisten städtischen Kindergärten werden die Preise nach der Anzahl der im Haushalt lebenden Kinder unter 18 Jahre gestaffelt. Zum Beispiel kostet der Platz für ein dreijähriges Kind aus Willstätt für eine Ganztagesbetreuung, 52,5 Stunden in der Woche, 291 Euro monatlich. Lebt in diesem Haushalt ein weiteres Kind, kostet der Platz 210 Euro. Die Stadt Lahr bietet eine Ganztagesbetreuung von 45 Stunden in der Woche an und erhebt dafür eine Gebühr von 217 Euro im Monat. Mit einem weiteren Kind im Haushalt reduziert sich der Betrag auf 162 Euro. Eine Essenspauschale von monatlich 65 Euro wird zusätzlich berechnet.

Die Stadt Achern nimmt Gebühren von 228 Euro monatlich für ein Einzelkind in Ganztagesbetreuung (50 Stunden pro Woche) und 175 Euro, wenn ein Geschwisterkind im Haushalt lebt. Die Essenspauschale beträgt 65 Euro im Monat. In der Stadt Offenburg gibt es dagegen die Möglichkeit, einen Familienpass, zum Beispiel im Bürgerbüro, zu beantragen. Die Eckgebühr hier ist deutlich geringer als in Achern. Sie beträgt 166 Euro für ebenfalls 50 Stunden in der Woche. Auch die Essenspauschale ist mit 57 Euro monatlich, acht Euro günstiger als in Achern. Mit dem Familienpass kann der Preis je nach Einkommen und Familienverhältnisse von der Eckgebühr abweichen. Die Gebühren für katholische Kindergärten werden mit den Kommunen vereinbart. Demnach kostet ein Betreuungsplatz der Kirchengemeinde Hornberg-Hausach für ein dreijähriges Kind in der Ganztagesbetreuung (bis 41,5 Stunden pro Woche) 292 Euro. Lebt noch ein weiteres Kind im Haushalt, werden 218 Euro verlangt.

Auch hier kommt eine Essenspauschale von 68 Euro monatlich dazu. Für unter Dreijährige müssen Eltern in der Regel mit mehr Geld aufkommen. In Willstätt gibt es die Möglichkeit, das Kind mit zwei Monaten in die Krippenbetreuung zu geben. In diesem Fall kostet die Ganztagesbetreuung (45 Stunden/Woche) 496 Euro mit einem Kind im Haushalt und 374 Euro mit zwei Kindern. Die Einflussfaktoren zeigen, dass ein Vergleich der Kitagebühren in der Ortenau schwer ist.

Für Eltern mit geringem Einkommen gibt es die Möglichkeit, beim Jugendamt einen finanziellen Zuschuss zu den Kosten der Betreuung zu beantragen. Der Zuschuss hängt laut Kai Hockenjos, Pressesprecher des Landratsamts Ortenaukreis, von den individuellen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen der Familie ab, etwa vom Einkommen, Familiengröße, Kosten der Unterkunft und so weiter. Ein Antrag auf Förderung kann beim Jugendamt, Sachgebiet Wirtschaftliche Jugendhilfe, gestellt werden. Telefonische Auskünfte erteilen die Dienststellen Offenburg unter der Telefonnummer 0781/8051435 oder 8056261 und Lahr unter der Telefonnummer 07821/954492302 oder 954492303.

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