• 13. April 2018, 21:18 Uhr
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Arbeitsagentur-Geschäftsführerin Angela Pöpplau-Hübner
Interview zu Möglichkeiten der Schulabgänger

Angela Pöpplau-Hübner, Geschäftsführerin operativer Bereich der Arbeitsagentur Offenburg
Angela Pöpplau-Hübner, Geschäftsführerin operativer Bereich der Arbeitsagentur Offenburg (Foto: Agentur für Arbeit)

Offenburg. Angela Pöpplau-Hübner, Geschäftsführerin operativer Bereich der Arbeitsagentur Offenburg spricht im Interview mit Anne-Marie Glaser über die Möglichkeiten von Schulabgängern.

Warum sollten Schulabgänger die "BIM" besuchen?
Die Berufsinformationsmesse hier in Offenburg bietet mit 365 Ausstellern eine in der Ortenau einmalige Gelegenheit, sich über die verschiedensten Berufe an einem Ort und mit ganz verschiedenen Ansprechpartnern zu informieren – und zwar im persönlichen Gespräch sozusagen ganz analog. Man kann also direkt nachfragen und die beruflichen Perspektiven werden damit praktisch erlebbar und greifbarer.

Was bietet die "BIM", wenn ich schon weiß, welchen Beruf ich ergreifen will?

Dann kann man ganz gezielt zu den Ausstellern gehen, die Ausbildungsplätze im Wunschberuf oder präferierten Tätigkeitsfeld anbieten, um sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen und die eigenen Möglichkeiten auszuloten. Dazu gibt es zur Vorbereitung auch den "BIM"-Finder im Internet. Aber vielleicht findet man ja auch noch neue Optionen, an die man bisher gar nicht gedacht hat.

Was raten Sie jungen Menschen mit schlechtem Schulabschluss?
Schulnoten sind das eine – individuelle Stärken, Neigungen und praktische Fertigkeiten oft ein ganz anderes Feld und dieses gilt es mit Hilfe unserer Berufsberatung zunächst einmal auszuloten. Trotz allem haben es schwächere Schüler aber auch bei einem guten Ausbildungsmarkt oft schwer, eine Lehrstelle zu bekommen. Diese Jugendlichen schaffen es oft nicht, ohne Hilfe einen Ausbildungsplatz zu finden. Ihnen kann die Arbeitsagentur Offenburg berufsvorbereitende Maßnahmen anbieten und unterstützt sowohl gern während der Berufsausbildung im theoretischen als auch im praktischen Bereich.

Was raten Sie Eltern, deren Kinder sich so gar nicht entscheiden können, welcher Beruf sie interessiert?
Die Möglichkeiten, die geboten werden, zu nutzen. Wichtig ist zuallererst, sich mit den Berufsberatern der Arbeitsagentur Offenburg auszutauschen – sie sind Experten, wenn es um das Thema Berufsberatung geht. Sie nehmen sich viel Zeit für diese Gespräche, um die Stärken und Schwächen, die Neigungen und Interessen herauszufinden. Diese Beratung erfolgt neutral und einzig mit dem Ziel, den jungen Menschen auf dem Weg zum individuell passenden Ausbildungsberuf zu begleiten. Falls notwendig werden sie dabei auch vom berufspsychologischen Service der Agentur für Arbeit unterstützt, der unentgeltlich Eignungsuntersuchungen durchführt. Praktika in verschiedenen Ausbildungsberufen und Betrieben ergänzen diesen Prozess. Ein Besuch der Berufsinfomesse gibt Jugendlichen Einblicke in viele Berufsfelder, einen Überblick über Ausbildungsmöglichkeiten und Informationen zur dualen Ausbildung und zu Studiengängen. Jugendliche können sowohl mit den Arbeitgebern oder Azubis wie auch der Berufsberatung der Arbeitsagentur Offenburg Gespräche führen. Deshalb mein Rat an alle Eltern: Nutzen Sie die Chance und begleiten Sie ihr Kind zur "BIM", Eltern sind wichtige Ratgeber bei der Berufswahl.

Kann man auch ohne Abitur Karriere machen?
Gute Voraussetzungen für die berufliche Weiterentwicklung bietet in jedem Fall auch eine duale Ausbildung. Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung muss noch lange nicht Schluss sein. Über Weiterbildung kann man in vielen Branchen auf der Karriereleiter aufsteigen. Zum Beispiel über betriebliche Weiterbildung oder Fortbildung zum Meister oder Techniker, es gibt sehr viele Wege, die sich nach einer dualen Ausbildung dazu auftun. Unsere Arbeitswelt befindet sich im stetigen Wandel – Weiterbildung ist der Schlüssel zu Erfolg, Aufstieg und Karriere im Beruf.

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