Dienst statt Disco: arbeiten, wenn all feiern
Polizei und Rettungsdienste sind an Silvester da

Mit den besten Wünschen ins neue Jahr!
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Offenburg (gr). Laut Statistischem Bundesamt arbeiten knapp 14 Prozent der Erwerbstätigen auch an Sonn- und Feiertagen. Das bedeutet für einen Teil von ihnen: Der letzte Abend des Jahres gehört dem Dienst – und der kann sich für manche Berufsgruppen zum stressigsten des Jahres entwickeln. Wie für die Polizei: „Die Silvesternacht teilt sich in zwei Hälften. Bis kurz vor Mitternacht geht es in der Regel ruhig zu, ab Mitternacht ist eine andere Welt, da häufen sich die Einsätze“, erzählt Polizeioberkommissar Fabian Walter, einer der Dienstgruppenleiter im Revier Offenburg.

Wie die „andere Welt“ aussieht? Verkehrsunfälle, Streitereien, alkoholisierte hilflose Personen. Auch zu Bränden wird die Polizei gerufen: „Wir überprüfen, ob fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung vorliegt“, so Walter. Das Polizeirevier Offenburg ist in der Silvesternacht für alle umliegenden Gemeinden zuständig. Kein Wunder, dass in der zehnstündigen Schicht einige hundert Kilometer pro Dienstwagen zurückgelegt werden. „Hotspots“, die häufig im Fokus stehen, gebe es keine, aber im Vergleich zu regulären Nachtschichten sei die Zahl an Einsätzen deutlich höher: „Dadurch sind die Beamten im Dauereinsatz“, sagt Walter. Er selbst hat kommende Silvesternacht frei: „Die Dienstgruppen als feste Mannschaften arbeiten grundsätzlich im Schichtdienst, ein rollierendes System, das dafür sorgt, dass man nicht zweimal hintereinander an Weihnachten oder Silvester arbeitet."

Verdoppelte Man-Power
Die Anlaufstelle bei allen nichtpolizeilichen Not- und Schadenslagen – die Integrierte Leitstelle – bereitet sich mit verdoppelter Man-Power auf die Silvesternacht vor: Statt zwei Disponenten sind vier im Dienst. „Die Wahrscheinlichkeit, dass in dieser speziellen Nacht für Feuerwehr und Rettungsdienst mehr Vorgänge bearbeitet werden müssen, ist höher. Trotzdem kann man nicht sagen, dass es zwingend High Noon ist“, erklärt Leitstellenleiter Georg Santl. Kreisbrandmeister Bernhard Frei bestätigt: „Natürlich gibt es im Durchschnitt mehr Brände, vielleicht auch mehr Unfälle, aber ein Regelwerk lässt sich nicht aufstellen." Jedoch für alle Fälle hat die Offenburger Feuerwehr mit 15 Freiwilligen Wachbereitschaft, von 20 bis 4 Uhr morgens. „Sie feiern hier zusammen, ohne Alkohol, dafür gemeinsam mit ihren Familien. Wenn es Not tut, rücken sie aus. Ohne Familie natürlich“, sagt Frei und lacht.

Zusammensitzen in der Silvesternacht? In der Notaufnahme im Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl eher nicht: „Vielleicht kurz in der ersten Nachthälfte. Danach reicht es oft nicht für einen Schluck Wasser oder kurzes Durchschnaufen“, berichtet Chefarzt Dr. Bernhard Gorißen aus Erfahrung. Verstärkt nach Mitternacht wurden in den vergangenen Jahren 50 bis 60 Patienten behandelt. Typisch: Hand- und Gesichtsverletzungen durch Feuerwerkskörper, dazu alkoholinduzierte Unfälle. „Betroffen machen vor allem verstümmelnde Verletzungen, insbesondere durch Leichtsinn. Das wäre so vermeidbar“, bedauert Dr. Gorißen. Insgesamt etwa 30 bis 40 Prozent der Patienten müssen stationär im Krankenhaus aufgenommen werden, was auch kein Problem sei, denn: „Die Silvesternacht ist eine gewöhnliche Arbeitsnacht für uns, lediglich für die Patienten steht abends wie an Neujahr etwas Besonderes auf der Speisekarte", sagt Eva Müller, stellvertretende Pflegedirektorin. Die Stationen seien klassisch besetzt, die Einteilung der Pflegekräfte erfolge einvernehmlich.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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