Bevölkerungszuwachs im Ländlichen Raum
Stadtwohnung im Tausch gegen Haus im Grünen

In der Ortenau können manche Gemeinden kaum noch die Nachfrage nach Bauplätzen befriedigen. Oft könnten die Grundstücke gleich mehrfach verkauft werden.
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Ortenau (ds). Homeoffice und Homeschooling ließen viele Wohnungen in den vergangenen Monaten zu eng werden. Doch nicht erst seit der Corona-Pandemie zieht es immer Menschen wieder aufs Land. Dort erfüllen sich vor allem Familien den Traum vom eigenen Häuschen mit Terrasse und Garten, das ausreichend Platz bietet. Dass der Ländliche Raum in den vergangenen Jahren einen Bevölkerungszuwachs verzeichnet, können auch Bürgermeister der Region bestätigen:

Gutach

"In den vergangenen Jahren ist die Einwohnerzahl in Gutach um mehr als fünf Prozent gestiegen", erklärt Bürgermeister Siegfried Eckert auf Anfrage. Vor allem junge Menschen ziehe es wieder zurück aufs Land, spätestens, wenn das erste Kind da sei. "Bei uns sind die Preise für Bauland mit 200 Euro pro Quadratmeter noch als normal zu bezeichnen. Das gilt auch für den Mietpreis, der bei 6,50 bis sieben Euro pro Quadratmeter liegt", erläutert der Bürgermeister. Aber auch die über 1.000 attraktiven Arbeitsplätze im Ort sorgen für Zuzug. Die Nachfrage nach Bauland sei in Gutach groß: "Dem Bevölkerungszuwachs ist es geschuldet, dass wir aktuell zwei kleine Baugebiete erschließen, mit einmal sechs und einmal zehn Grundstücken. Den Anfragen nach zu beurteilen, könnten wir die Grundstücke mindestens zwei Mal verkaufen", so Eckert. Auch der Kindergartenbau, der in sechs Gruppen künftig weiteren 100 Kindern Platz bieten wird, sei auf die wachsende Einwohnerzahl zurückzuführen. Stolz ist Siegfried Eckert darauf, dass vor einem halben Jahr eine zusätzliche Hausarztpraxis eröffnet hat, vor wenigen Wochen außerdem eine Fahrschule. "Nun können wir uns außerdem über eine weitere Gesundheitspraxis freuen", berichtet der Bürgermeister.

Lauf

Eine ähnliche Entwicklung gilt für Lauf. "Seit drei Jahren wächst unsere Einwohnerzahl kontinuierlich um rund ein Prozent jährlich. 2020 haben wir die 4.000er-Marke überschritten", so Bürgermeister Oliver Rastetter. Der Gemeinde sei ein nachhaltiges Wachstum wichtig. "Würde die Bevölkerung zu schnell anwachsen, hätte dies Auswirkungen auf die Infrastruktur, vom Verkehrskonzept bis hin zur Wasserversorgung. Mit diesem Kurs, nachhaltiges Wachstum und stetige Investitionen insbesondere in Zukunftsthemen wie Breitband und Bildung, sind wir bisher in Lauf gut gefahren", erläutert Rastetter. Die Nachfrage nach Bauplätzen sei ungebrochen sehr hoch, insbesondere sehr viele Familien ziehen nach Lauf. "Zudem wollen nachfolgende Generationen bei uns wohnen bleiben. Aber auch der externe Zuzug von Senioren nimmt zu. Deshalb wächst auch insbesondere die Nachfrage nach barrierefreiem Wohnraum", erläutert der Laufer Bürgermeister weiter. Weil die Kinderzahlen hoch sind, wurde ein neuer Kindergarten gebaut und ganz aktuell um einen Naturkindergarten, der voll belegt ist, erweitert.

Neuried

Dass immer mehr junge Familien den Weg aus der Stadt finden, stellt man in Neuried fest: "In den vergangenen sechs Jahren ist die Gesamtgemeinde um knapp 500 Einwohner gewachsen", so Bürgermeister Tobias Uhrich. Den Bedarf an Bauplätzen kann man aktuell nicht erfüllen: "Wir werden kleine Baugebiete erschließen, wie etwa aktuell in Altenheim. Dort haben wir 20 Plätze, aber schon über 80 Bewerbungen", erläutert der neu gewählte Bürgermeister. Ausgebaut werden derzeit die Kita-Plätze: In Müllen wird ein Naturkindergarten zum 1. September an den Start gehen, in Altenheim wird die Kita Kuckucksnest gerade komplett umgebaut und dann doppelt so viele Plätze haben. "Damit werden wir dem Druck der Eltern und dem Bedarf gerecht", sagt der Neurieder Bürgermeister Tobias Uhrich.

Seelbach

Seelbach kann mit einer guten Infrastruktur in schöner Landschaft punkten. Ärzte, Apotheken, Lebensmittelgeschäfte, das Geroldsecker Bildungszentrum und ein vielfältiges Vereinsleben gehören ebenfalls zu den Pluspunkten. Dennoch hat sich die Einwohnerzahl in den vergangenen Jahren kaum verändert. "2009 lag sie knapp über 5.000, derzeit knapp unter 5.000. Durch das Baugebiet Oberes Feld III im Ortsteil Wittelbach, das derzeit entwickelt wird, könnte die Einwohnerzahl wieder über 5.000 steigen", heißt es aus dem Seelbacher Rathaus. Gerade der gesellschaftliche Wandel und neue Bedürfnisse würden Veränderungen und Anpassungen im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge bringen. "Da arbeiten wir derzeit an der Weiterentwicklung der Kindertagesstätte in Wittelbach und des Geroldsecker Bildungszentrums, außerdem in den Bereichen Breitbandversorgung sowie Klima- und Naturschutz", so die Gemeinde.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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