Bedarf an flexibler und vor allem individueller Betreuung für unter Dreijährige
Ingrid Kunde: "Es gibt leider zu wenig Tagesmütter"

Wenn Eltern berufstätig sind, ist die Kinderbetreuung ein wichtiges Thema. Hier kann der Tageselternverein Kinzigtal helfen.
  • Wenn Eltern berufstätig sind, ist die Kinderbetreuung ein wichtiges Thema. Hier kann der Tageselternverein Kinzigtal helfen.
  • Foto: Rainer Sturm/pixelio
  • hochgeladen von Anne-Marie Glaser

Hausach (cao). Qualifizierte Tagespflegepersonen bieten Kindern eine familiennahe und flexible Betreuung und Förderung. Tagespflege ist besonders für Kinder bis zu drei Jahren wegen der familiären Atmosphäre zu einer beliebten Betreuungsform geworden, heißt es seitens des Diakonischen Werks im Evangelischen Kirchenbezirk Ortenau. Für Drei- bis Sechsjährige könne die Kindertagespflege als Ergänzung oder auch als Alternative genutzt werden, wenn die Betreuungszeiten der Kindertageseinrichtung nicht ausreichen. Behilflich bei der Vermittlung von Tageseltern ist beispielsweise der Tageselternverein Kinzigtal.
Ingrid Kunde von der Kindertagespflege, Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung des Diakonischen Werkes, ist sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit. Sehr angenehm sei diese durch die kurzen Wege, erinnert Ingrid Kunde daran, dass Tageselternverein und Kindertagespflege in der Hausacher Eichenstraße unter einem Dach zu finden sind.
"Es gibt zu wenig Tagesmütter", bedauert Ingrid Kunde allerdings. Es nütze schließlich nichts, wenn eine Tagesmutter in Oberwolfach wohne, aber in Biberach gebraucht werde. Im vergangenen Jahr sei das Betreuungsangebot für die bis Dreijährigen seitens der Kindertagesstätten mit flexibleren Öffnungszeiten ausgebaut worden. "Das wird sehr begrüßt", so Ingrid Kunde, denn die Nachfrage sei um das Doppelte gestiegen. Wegen der verbesserten Kindergartenzeiten sei der Bedarf an Betreuung von Drei- bis Sechsjährigen durch Tageseltern zurück gegangen. Für die Jüngeren würde dagegen die Individualität und Flexibilität einer Tagesmutter geschätzt, "da gibt es viele positive Rückmeldungen". Die Zahlen der Statistik sprechen für sich: Im Jahr 2016 bestanden 68 Betreuungsverhältnisse, 23 sind ausgeschieden, 25 kamen neu dazu. "Ein ungeheuerlicher Wechsel", so Kunde. Außerdem fehlten die Kurzzeitbetreuungen, also die weniger als ein halbes Jahr lang dauerten, gänzlich in der Statistik. Von den vier neu hinzugekommenen Tagesmüttern seien gleich zwei wegen Schwangerschaft ausgefallen, zwei weitere zudem für längere Zeit wegen Krankheit.
38 aktive Tagesmütter gibt es laut Ingrid Kunde derzeit. Es gebe aber auch 35 Kinder, die nicht vermittelt wurden. Darunter pflegebedürftige oder hyperaktive Kinder, welche aus "schwierigen" Familien stammten, aber auch Geschwisterkinder, die einfach keinen Platz mehr gehabt hätten.
Sorge bereite die Entwicklung im Internet. Dort würden Tagesmütter ohne jede Kontrolle, Qualifikation oder Versicherung angeboten.
"Unsere Rahmenbedingungen sind erschlagend", findet Ingrid Kunde hinsichtlich des Tageselternvereins und schätzt, dass dies auch der Grund ist, warum sich so wenige als Tageseltern zur Verfügung stellen. Neben den 5,50 Euro, die es pro Stunde und Kind gibt – eine Tagesmutter darf maximal drei Kinder betreuen – seien Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge eine zusätzliche Belastung.
Ingrid Kunde appelliert an die Städte und Gemeinden, ihre Tagesmütter im Ort zu unterstützten. Hier könnten Ideen zusammengetragen werden, was an Unterstützung möglich wäre, sei es eine Ausstattungspauschale oder die Übernahme einer Versicherung.
Interessierte Eltern finden weitere Informationen zum Tageselternverein und zur Kindertagespflege im Internet auf der Homepage: www.diakonie-ortenau.de.

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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