"Wir fahren oft Schritttempo auf der Autobahn oder bleiben einfach stecken"
Keine Rettungsgasse: Dauerzustand auf der A5

Hier wurde keine Rettungsgasse gebildet.

Ortenau (dh). "Es ist ein Dauerzustand, dass keine Rettungsgasse gebildet wird, nicht die Ausnahme", sagt der Kommandant der Lahrer Feuerwehr, Thomas Happersberger: "Wir fahren oft Schritttempo auf der Autobahn oder bleiben einfach stecken."

Bereits jetzt kann es für die Behinderung der Einsatzkräfte ein Knöllchen geben. Die Realität sieht anders aus: "Wenn wir die Möglichkeit haben, dann machen wir das auch. Das ist selten der Fall. Wenn wir zum Einsatzort fahren, dann werden wir dort gebraucht", sagt Peter Westermann, Leiter der Verkehrsdirektion beim Polizeipräsidium Offenburg. Wichtiger sei, die Unfallstelle abzusichern und Hilfe zu leisten. "Es reicht nicht, das Kennzeichen zu fotografieren, es müssen auch die Daten des Fahrers aufgenommen werden", so Westermann. Es sei nicht möglich, eine Streife hinterher zu schicken, die sich um "Gaffer" und Blockierer der Rettungsgasse kümmere. Sei die Unfallstelle abgesichert, dann werde durchaus gegen die "Gaffer" vorgegangen und auch jene, die sich verkehrswidrig verhalten. Von höheren Strafen verspreche er sich eine bessere Abschreckung, wenn es nicht mehr nur um ein Bußgeld gehe, sondern um eine Straftat, die mit Gefängnis belegt werden könnte. "Wenn sich jeder überlegt, dass er in einem Auto eingeklemmt ist und weder Feuerwehr noch Krankenwagen zum Einsatzort kommen, dann müssten die Autofahrer einsichtiger sein", so Westermann. Einsicht ist eine Seltenheit. Thomas Happersberger kennt viele Beispiele: "Es gibt jene, die einfach keine Rettungsgasse bilden. Andere wollen die Fahrspur wechseln, weil sie vermuten, dort schneller voran zu kommen, bleiben aber quer in der Rettungsgasse stecken. Dann gibt es noch jene, die hinter uns her fahren, um sich einen Vorteil zu verschaffen."

Das Verhalten bei einem Unfall, insbesondere das Bilden einer Rettungsgasse ist Thema im Fahrschulunterricht. "Wir sprechen das in der Theorie durch, im Ernstfall sind viele überfordert", sagt Cüneyt Kilic von der gleichnamigen Fahrschule in Achern. Es werde durchgesprochen, wie wichtig das Hören sei. Musik abspielen sei zwar erlaubt, aber nur so laut, dass man von außen etwas höre, wie die Signale der Rettungskräfte. Auf der Autobahn sieht er das Problem, dass im Stau zu wenig Abstand zwischen den Fahrzeugen sei, um das Auto noch manövrieren zu können. "Es ist generell vorgeschrieben, eine Rettungsgasse zu bilden. Ob der Stau durch hohes Verkehrsaufkommen, liegengebliebene Fahrzeuge oder einen Unfall zustande kommt, ist nicht entscheidend", so Kilic. Stocke der Verkehr, dann müsse sich der Fahrer auf das Einrichten der Rettungsgasse vorbereiten. "Viele sind immer wieder irritiert, wo sie die Rettungsgasse bilden sollen. Die Fahrzeuge der linken Fahrspur orientieren sich nach links, alle anderen Fahrzeuge auf den weiteren Fahrspuren orientieren sich nach rechts", sagt Cüneyt Kilic.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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