Interview mit Simon Kaiser
IHK auf Berufsinfomesse

Simon Kaiser, Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung der IHK Südlicher Oberrhein
Simon Kaiser, Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung der IHK Südlicher Oberrhein (Foto: IHK Südlicher Oberrhein)

Offenburg. Simon Kaiser, Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung der IHK Südlicher Oberrhein erläutert im Gespräch mit Anne-Marie Glaser unter anderem die Vorteile einer dualen Ausbildung.

Warum präsentiert sich die IHK auf der "BIM"?
Zum einen natürlich, weil wir einer der „BIM-Bündnispartner“ und damit Mitveranstalter der Messe sind. Zum anderen um sowohl Schülern sowie deren Eltern als auch unseren Ausbildungsbetrieben unser vielfältiges Beratungs- und Unterstützungsangebot rund um die Themen Berufsorientierung und Ausbildung vorzustellen.

Wie kann die IHK noch unentschlossene Schulabgänger bei der Berufswahl unterstützen?
Wir beraten Jugendliche und Eltern in allen Fragen zum regionalen Ausbildungsmarkt. Wir wissen, welche Inhalte sich hinter welcher Berufsbezeichnung konkret verbergen und wie die Anforderungen an potenzielle Azubis in diesen Berufen sind. Außerdem haben wir einen guten Überblick, welche Berufe in welcher Region angeboten werden und können deshalb auch Chancen aufzeigen, wo sich eine Bewerbung lohnen könnte. Über das IHK-Berufsprofiling bieten wir außerdem ein Instrument zur Eignungsdiagnostik an. Jeder Teilnehmer erhält ein ausführliches Ergebnisgutachten und wird mit seinen persönlichen Kompetenzen an den Anforderungen konkreter Ausbildungsberufe oder Studienrichtungen gemessen. Am Ende steht eine individuelle Matchingliste mit Berufsoptionen. Dies ist eine wertvolle Grundlage für die weitere Berufsorientierung, denn auf diese Weise können zum Beispiel Praktika viel gezielter geplant werden.

Welchen Vorteil hat eine duale Ausbildung für Abiturienten?
Bereits heute hat jeder dritte Azubi in IHK-Berufen Abitur. Mit einer dualen Ausbildung legen auch Abiturienten eine solide Basis für ihren Berufsweg. Durch die Möglichkeit, die Ausbildungszeit um ein Jahr zu verkürzen, erlangt man in vielen Fällen bereits nach zwei Jahren einen vollwertigen Berufsabschluss, der einem den Schritt in die wirtschaftliche Selbstständigkeit erlaubt. Und auch danach gibt es vielfältige Möglichkeiten, sich über die Abschlüsse zum Fachwirt, Meister oder Betriebswirt fortzubilden und sich damit auch für Führungsaufgaben zu qualifizieren. Der große Vorteil: Dies alles geschieht sehr praxisnah, was wiederum bei potenziellen Arbeitgebern sehr geschätzt wird, da das Wissen nicht nur im Kopf existiert, sondern auch direkt angewendet werden kann. Übrigens: Wer sich nach einer erfolgreich absolvierten Ausbildung noch für ein Hochschulstudium entscheidet, tut dies auf Basis solider beruflicher Kenntnisse und hat eine deutlich geringere Abbruchquote.

Welche Berufe bieten die besten Zukunftschancen?
Diese Frage kann Ihnen niemand seriös beantworten. Für alle Ausbildungsberufe und Studiengänge galt schon immer: Nach der Abschlussprüfung ist mit dem Lernen nicht für immer Schluss. Vielmehr muss man sich auch im Berufsleben kontinuierlich weiterbilden. Dies gilt heute, wo die Digitalisierung die Arbeitswelt stark verändert, in besonderem Maße. Die Frage ist also weniger, welche Berufe gibt es in 20 Jahren noch, sondern eher, was machen die Leute im Beruf X/Y in 20 Jahren konkret? Vieles deutet aktuell darauf hin, dass die Welt der Berufe sich nicht so fundamental verändern wird. Was sich aber auf jeden Fall schneller als in der Vergangenheit verändern wird, sind die Inhalte der Berufe.
Welchen Stellenwert hat die Fortbildung?
Angesichts einer immer kürzeren Halbwertszeit von Wissen hat Fortbildung bereits heute einen hohen Stellenwert. Dies wird sich nicht verändern, sondern der Stellenwert wird im Gegenteil weiter steigen. Viele Unternehmen investieren deshalb massiv in das Know-how ihrer Beschäftigten.

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