Zahl der Asylanträge steigt
Ortenaukreis fährt die Kapazitäten wieder hoch

Das ehemalige Hotel "Hubertus" in Offenburg gehört zu den Einrichtungen, die vom Kreis wieder reaktiviert wurden.
  • Das ehemalige Hotel "Hubertus" in Offenburg gehört zu den Einrichtungen, die vom Kreis wieder reaktiviert wurden.
  • Foto: rek
  • hochgeladen von Daniela Santo

Ortenau (gro). Seit gut einem Jahr beantragen wieder mehr Menschen, die aus ihren Heimatländern geflohen sind, Asyl in Deutschland und damit auch in Baden-Württemberg. Nachdem sie in einer Erstaufnahmeeinrichtung, für die das Land verantwortlich ist, den Antrag gestellt haben, werden sie in die Obhut der Stadt- und Landkreise übergeben. In dieser vorläufigen Unterbringung leben sie, bis der Asylantrag bewilligt ist oder maximal zwei Jahre. Dann übernehmen die Kommunen die Verantwortung für die sogenannte Anschlussunterbringung.

2021 ist die Zahl der Menschen, die in einer Einrichtung der vorläufigen Unterbringung im Ortenaukreis leben, auf 645 angestiegen. Im Januar 2022 kamen 78 Neuankömmlinge in den Kreis, in diesem Monat sind es 83. "Die Zahlen werden uns zum Monatsbeginn vom Regierungspräsidium Karlsruhe mitgeteilt", erklärt Alexandra Roth, Leiterin des Migrationsamtes des Ortenaukreises.

17 Einrichtungen im Kreis

Deshalb baut der Ortenaukreis seine Kapazitäten zur Unterbringung wieder aus. Diese waren, als die Zuwandererwelle abgeebbt war, abgebaut worden. "Im Februar haben wir 17 Einrichtungen in acht Kommunen zur Verfügung", so Roth. In Achern, Friesenheim, Gengenbach, Offenburg und Zell befinden sich je zwei Einrichtungen. In Lahr stehen fünf Einrichtungen zur vorläufigen Unterbringung zur Verfügung. In Hohberg und Meißenheim sind es jeweils eine. Anfang Februar wurden das ehemalige Hotel "Engel" in Hohberg-Hofweier sowie das ehemalige Pfarrhaus in Friesenheim-Oberschopfheim wieder in Betrieb genommen. In Hohberg stehen 49 Plätze zur Verfügung, das Hotel wurde bereits von März 2016 bis Oktober 2019 für die vorläufige Unterbringung von Geflüchteten genutzt. 22 Menschen finden Platz im ehemaligen Pfarrhaus in Oberschopfheim, das schon einmal von November 2015 bis Oktober 2017 angemietet worden war. Dabei handelt es sich um die kleinste Einrichtung, in der größten können 171 Menschen zusammenleben. Laut Landratsamt sind die Kapazitäten derzeit zu rund 85 Prozent ausgelastet.

Ein Heimleiter ist der Ansprechpartner für alle Einrichtungen. Sechs Hausmeister schauen nach den Gebäuden. Neun Sozialarbeiter, teilweise in Teilzeit, betreuen die Bewohner. Je nach Größe der Einrichtung sind sie für eine oder mehrere zuständig. "Corona hat die Arbeit der ehrenamtlichen Helferkreise deutlich erschwert, jedoch nicht unmöglich gemacht. Unser Sozialdienst freut sich über jede Anfrage nach ehrenamtlicher Tätigkeit. Die konkrete Ausgestaltung orientiert sich dann an den Wünschen der Ehrenamtlichen und den jeweiligen Regelungen", so Roth.

Keine längerfristige Prognose

"Wir erhalten leider keine längerfristige Prognose von Seiten des Landes oder des Bundes und müssen kurzfristig reagieren", erklärt Alexandra Roth. "Die Zugangszahlen auf Landesebene im Januar 2022 sind zwar im Vergleich zum Oktober oder November 2021 zurückgegangen, liegen aber immer noch doppelt so hoch wie zu Jahresbeginn. Für unsere Kapazitätsberechnungen gehen wir annähernd von den gleichen Zugangszahlen wie 2021 aus."

Die Bundesrepublik Deutschland hat eine Aufnahmezusage für afghanische Ortskräfte gemacht. "Der Anteil im Ortenaukreis liegt rein theoretisch bei 130 Personen in diesem Jahr", so Roth. "Ob sie tatsächlich einreisen können, bleibt abzuwarten. Jetzt im Februar kommen drei Familien mit zwölf Personen, in 2021 waren es fünf Familien afghanischer Ortskräfte mit insgesamt 19 Personen."

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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