Begegnungen sind selten
Wildschweine greifen nur aus Panik an

Wer auf eine Bache mit ihren Frischlingen trifft, sollte besser Abstand halten.
  • Wer auf eine Bache mit ihren Frischlingen trifft, sollte besser Abstand halten.
  • Foto: iisjah/pixabay.com
  • hochgeladen von Daniela Santo

Offenburg (gro). "Es gibt zu viele Wildschweine", stellt Andreas Broß von den Technischen Betrieben Offenburg (TBO) und Revierleiter Zunsweier sowie Stadtwald Süd, fest. Deshalb finden in der Ortenau immer wieder Jagden statt. "Die Tiere richten große Schäden auf den Mais- und Getreidefeldern an", erklärt der städtische Förster. Aber auch Wiesen seien vor den Rotten nicht sicher. Sie wühlten auf der Suche nach Insekten das Gras auf. "Das kann ein erheblicher Wildschaden sein, der dann bezahlt werden muss", so Broß.

Da Wildschweine nachtaktive Tiere seien, steige in der dunklen Jahreszeit die Wahrscheinlichkeit, dass Mensch und Wildtier aufeinanderträfen. Allerdings mit deutlichen Einschränkungen: "Natürlich kann es gefährlich werden, wenn eine Rotte eine Straße überquert", warnt Broß vor den Folgen eines solchen Wildwechsels für Autofahrer.

Doch wer am Abend noch eine Runde joggen oder walken gehe, der müsse sich vor einer Begegnung mit den Tieren nicht fürchten. "Die Chancen, einem Wildschwein auf dem freien Feld oder im Wald zu begegnen, sind relativ gering", erklärt der Förster. "Es handelt sich um sehr scheue Tiere. Sie sind noch vorsichtiger als Rehe. Normalerweise meiden sie die Menschen." Obwohl ihn selbst sein Beruf regelmäßig in den Lebensraum der Tiere führe, sei er bei seiner Arbeit selten auf sie getroffen. Und tagsüber, so Broß, suchen die Tiere die Deckung des Waldes und vermeiden den Kontakt mit dem Menschen.

Ruhig stehen bleiben

Sollte es zu so einer seltenen Gelegenheit kommen, empfiehlt Broß, ruhig stehen zu bleiben. "Sobald das Wildschwein die Witterung aufgenommen hat, wird es sich entfernen und Deckung suchen", schildert er das Verhalten der Tiere. Sollten die Tiere sich wider Erwarten doch in Richtung des Menschen bewegen, dann genüge es einfach Schutz, zu suchen. "Es reicht, hinter einen Baum zu gehen", sagt er.

Doch es gebe auch Ausnahmen: "Kranke oder angeschossene Tiere ziehen sich zum Schutz ins Dickicht zurück", schildert Andreas Broß. Wer ein Tier dort störe, für den könne es gefährlich werden. "Dann fühlt sich das Wildschwein in die Enge getrieben und versucht die Flucht nach vorne", warnt der Förster. In diesem Fall solle der Betreffende so schnell wie möglich ausweichen und selbst den Rückzug antreten. "Auf freiem Feld trifft man keine kranken Tiere", so Broß. Auch eine Wildschweinbache mit Frischlingen könne für einen Menschen gefährlich werden, wenn dieser ihrem Nachwuchs zu nahe komme. "Am besten ignoriert man sie und zieht sich vorsichtig zurück", rät Broß. "Sie will nur ihre Jungen schützen."

Nicht eingreifen

Im Wald müssten Hundebesitzer ihre Tier an der Leine führen. Deshalb sollte es bei einem Waldspaziergang zu keiner unschönen Begegnung kommen. Doch auf Wiesen gewähre so mancher Hundebesitzer seinem Tier Freilauf. Kommt es zu einer der seltenen Begegnung mit Wildschweinen und der Hund geht das Wildtier an, rät Broß davon ab einzugreifen. "Die Wildschweine verteidigen sich, in dem sie mit ihren Hauern von unten nach oben stoßen", schildert der Förster. "Die Zähne sind scharf, sie können schwere Verletzungen gerade am Unterschenkel verursachen." Kleine Hunde hätten übrigens in so einem Fall eine bessere Chance, da sie agiler seien und dem Wildschwein, das sich in die Enge getrieben fühle, ausweichen könnten.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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