Fahrgastaufkommen 2024 in Kehl
3,8 Millionen Personen nutzen die Tram

- Die Tram von Straßburg nach Kehl ist als Verkehrsmittel beliebt.
- Foto: Stadt Kehl
- hochgeladen von Christina Großheim
Kehl (st) Rund 3,8 Millionen Fahrgäste haben im vergangenen Jahr, 2024, in der grenzüberschreitenden Tram den Rhein überquert – und damit genauso viele wie im Vorjahr, schreibt die Stadt Kehl in einer Pressemitteilung. Im Vergleich zu 2019, also im Jahr vor der Corona-Pandemie, bedeutet dies ein leichtes Minus von vier Prozent. Allein zwischen Rheinmitte und der Endhaltestelle Kehl Rathaus sind 92.211 Fahrkilometer zusammengekommen.
Obwohl die Tram nun seit November 2018 bis zum Kehler Rathaus fährt, seien 2024 noch immer 53 Prozent der Fahrgäste an der Haltestelle Kehl Bahnhof ein- oder ausgestiegen. Verteilten sich in den Anfangsjahren die übrigen Passagiere zu fast gleichen Teilen auf die Haltestellen Hochschule/Läger und Rathaus, habe sich das Verhältnis zugunsten der Endhaltestelle (28 Prozent) verschoben (Hochschule/Läger: 19 Prozent). Für die Haltestelle Rathaus bedeute das ein Plus von 20 Prozent.
Deutsche Besonderheiten
Auf der grenzüberschreitenden Tramlinie D habe sich nicht nur die Zahl der Fahrgäste seit dem Ende der corona-bedingten Restriktionen beim Grenzübertritt im Frühsommer 2022 wieder auf hohem Niveau stabilisiert, auch die Besonderheiten des deutschen Streckenabschnitts würden, wie schon seit dem ersten Betriebsjahr, weiterbestehen. Während auf dem Gebiet der Eurométropole die Frequentation der Tram an den Wochentagen am stärksten sei, würden in Kehl vor allem die Samstage als die Tage mit den höchsten Fahrgastzahlen hervorstechen. Spitzenreiter seien 2024 die Samstage 30. November und 7. Dezember gewesen, als rund 20.000 Menschen den Rhein in der Tram (beide Richtungen zusammengenommen) überquerten, gefolgt vom 9. Mai, dem Eröffnungstag des Kehler Messdis mit 19.250. Der Himmelfahrtstag ist auf beiden Rheinseiten ein Feiertag. Knapp dahinter würde auf Platz vier der dritte Oktober - 19 000 Fahrten über den Rhein - landen; diesen Tag hätten nicht viele Kehler zum Einkaufen in Straßburg, sondern auch Menschen, die von außerhalb der Ortenau kommen und in Kehl vom Auto in die Tram umsteigen, genutzt.
Mit Abstand am niedrigsten sei das Fahrgastaufkommen in der grenzüberschreitenden Tram an Sonntagen. Ausnahmen würden hierbei lediglich die Adventssonntage bilden. Selbst an verkaufsoffenen Sonntagen in Straßburg oder Kehl würden weniger Menschen mit der Tram fahren als an Wochentagen. Dennoch seien im Jahr 2024 nur zwölf Sonntage unter der 4000-Fahrten-Marke geblieben.
Berufsverkehr wirkt sich kaum aus
Weil zwar zahlreiche Berufspendler die rheinüberschreitende Tram nutzen würden - aber dennoch deutlich weniger als auf dem Gebiet der Eurométropole-, falle der Berufsverkehr auf dem grenzüberschreitenden Abschnitt weniger ins Gewicht. Dafür sei die Tramlinie D in den kleinen französischen Schulferien - Herbst-, Weihnachts-, Winter- und Frühlingsferien - an Wochentagen stärker frequentiert als zu den Zeiten, in denen die Kinder und Jugendlichen auf der französischen Rheinseite Unterricht hätten.
Eine weitere Besonderheit würden die Sommerferien darstellen: Während auf dem Gebiet der Eurométropole in der Ferienzeit, also im Juli und im August, deutlich weniger Personen die Tram nutzen würden, würden auf dem grenzüberschreitenden Abschnitt in diesem Zeitraum eher mehr Fahrgäste gezählt, als in den übrigen Wochen des Jahres. Das gelte besonders für den August, wenn die Schulen auf beiden Rheinseiten geschlossen sind. Eine Ausnahme gebe es auch hier: In den vier Wochen während des Straßburger Weihnachtsmarkts werde die Tram auch von Montag bis Freitag deutlich stärker genutzt als in der übrigen Zeit des Jahres.
Hintergrund
Am 28. April 2017 erfolgte die Jungfernfahrt der Tram über den Rhein. Die ersten eineinhalb Jahre endete die Fahrt an der Haltestelle Kehl Bahnhof. Seit dem 23. November 2018 verbindet die grenzüberschreitende Linie D die beiden Stadtzentren von Straßburg und Kehl; seither heißt die Endhaltestelle Kehl Rathaus.
In der Planung und den grenzüberschreitenden Verträgen waren die Eurométropole de Strasbourg und die Stadt Kehl davon ausgegangen, dass jährlich 2,1 Millionen Fahrten über den Rhein stattfinden würden. Bereits im ersten Betriebsjahr, bis zur Endhaltestelle Kehl Bahnhof, waren es drei Millionen; im ersten Betriebsjahr mit der Endhaltestelle Kehl Rathaus stieg die Zahl auf vier Millionen an.
Grenzschließung 2020
Die dreimonatige Grenzschließung in der ersten Welle der Corona-Pandemie 2020 hatte zur Halbierung der Zahl der Fahrten geführt. Auch nach der Grenzöffnung am 16. Juni 2020 galten weiterhin starke Restriktionen beim Grenzübertritt; außerdem mussten Einzelhandel und Gastronomie über viele Wochen hinweg geschlossen bleiben. Diese Regelungen führten dazu, dass auch 2021 nur zwei Millionen Fahrten über den Rhein stattfanden. 2022, als im Frühsommer die letzten corona-bedingten Beschränkungen aufgehoben wurden, stieg die Fahrtenzahl wieder auf 3,2 Millionen an. In den Jahren 2023 und 2024 wurden jeweils 3,8 Millionen Fahrten registriert.
Die grenzüberschreitende Tram wird auf dem Territorium der Eurométropole von der Straßburger Verkehrsgesellschaft CTS betrieben, im Kehler Stadtgebiet sind die Technischen Dienste Kehl (TDK) die Betreiber. Mit dem Trambetrieb haben die TDK die CTS beauftragt.
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