Offenburgs Winzer ziehen Zwischenbilanz nach Frostschäden und Lese
Ein gutes Weinjahr wie ein spannendes Fußballspiel

Offenburgs Winzer sind mit der Qualität des gelesenen Weins zufrieden, nicht mit der Menge.
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Offenburg (rek). Für den einen wie ein Fußballspiel, für den anderen wie eine Achterbahnfahrt: Auch wenn es nicht viel an der inzwischen im Keller lagernden Qualität zu bemängeln gibt, hatte das Frühjahr für die Winzer mit Frost und Hagel doch manche wetterbedingte meist starke Abstriche an Mengen parat. Die Winzer zogen am Freitag gegenüber der Presse eine Zwischenbilanz.

Vom Frost Mitte April seien die Winzer sehr unterschiedlich betroffen gewesen, gab Franz Benz, der Ortenauer Vertreter im Badischen Weinbauverband, einen Überblick. Auch wenn ihm noch keine detaillierten Erkenntnisse vorliegen, gibt es deutliche Einbußen bei der Menge der Trauben, zumal manche Winzer im Frühjahr ein zweites Mal durch Hagel getroffen worden sind.

Rund zwei Drittel der ansonsten üblichen Menge konnte die Winzergenossenschaft Rammersweier einfahren, so deren Geschäftsführer Georg Lehmann. "Die Menge ist bescheiden, die Qualität gut", brachte er es auf den Punkt. Beim Sauvignon Blanc werden die Erträge und der noch im Keller liegende Vorrat knapp, so Matthias Renner vom gleichnamigen Fessenbacher Weingut, der auf ein Viertel der üblichen Mengen verzichten muss. Den Vergleich mit einem Fußballspiel brachte Stefan Huschle: früh durch Frost in Rückstand geraten, dann eine Rote Karte durch den Frost erhalten, durch den Sommer den Ausgleich erzielt und bei der Lese durch einen Elfmeter den Siegtreffer markiert, so zog der Inhaber des Weingutes Freiherr von und zu Franckenstein den Vergleich. Allerdings ein teuer bezahlter Sieg: zwei Drittel weniger Menge, dafür habe er aber immer noch Spaß im Weinkeller.

In Breisgauer Lagen musste der Ortenauer Weinkeller Einbußen bis zur Hälfte hinnehmen, berichtete Reiner Durban für die Edeka-Weinkellerei. Der frühere Austrieb der Reben erhöhe eindeutig die Gefahr für Frostschäden. Für Jochen Basler, Mitgründer des neuen Weinguts Pieperbasler, war es eine Achterbahnfahrt durch die Jahreszeiten, der dennoch, und nicht nur aufgrund zusätzlicher Flächen, mehr Ertrag lesen konnte. In Lagen bei Zunsweier verlor das Weingut Schloss Ortenberg bis zu 80 Prozent der Ernte, machte Geschäftsführer Matthias Wolf deutlich. Insgesamt liegt sein Ertrag bei 65 Prozent der Vorjahres Lese. Etwas weniger Verluste nannte Chrstian Gehring, Geschäftsführer der Weinmaufaktur Gengenbach-Offenburg. Aber auch dort stimmen die Qualitäten.

Für mehr Prävention bei Wetterkapriolen und eine verstärkte Zusammenarbeit sprachen sich alle Offenburger Winzer aus und hoffen für das kommende Jahr mit ähnlich gutem Wein in größeren Mengen.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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