Angriffe gegen Mitarbeiter
So schützen sich die Behörden und Institutionen

Nach dem Vorfall in Schramberg erlebten auch Mitarbeiter im Haslacher Rathaus einen Fall für die Polizei, der allerdings glimpflich verlief.
  • Nach dem Vorfall in Schramberg erlebten auch Mitarbeiter im Haslacher Rathaus einen Fall für die Polizei, der allerdings glimpflich verlief.
  • Foto: Archivfoto ag
  • hochgeladen von Anne-Marie Glaser

Ortenau (rek). Zwei Vorfälle in Rathäusern der Region schreckten die Bürger in dieser Woche auf und hatten Einsätze der Polizei zur Folge. Zuerst verletzte ein 26-Jähriger einen Rathaus-Mitarbeiter in Schramberg schwer, als er auf das ihm zufällig auf dem Flur entgegenkommende Opfer einsticht. Der Täter konnte festgenommen werden, schweigt aber zu den Hintergründen der Tat. In Haslach schließlich trat, wenn auch nicht gewalttätig, ein zu den Reichsbürgern zählender 28-jähriger Mann am Donnerstag beleidigend im Rathaus einem Mitarbeiter gegenüber auf, der schließlich die Polizei rief.

Mitarbeiterschulung

"Zum Glück verlief alles glimpflich", blickt Haslachs Bürgermeister Philipp Saar auf das Geschehene zurück. Der Mann sei sowohl auf dem Rathaus als auch bei der Polizei bekannt. Immer wieder wehre er sich dagegen, durch seinen Personalausweis als "Angestellter der Bundesrepublik Deutschland GmbH" zu gelten. "Solche Vorfälle passieren äußerst selten", sieht Saar zudem keinen Vergleich zu Schramberg. "Wir schulen unsere Mitarbeiter in Deeskalationsstrategien. Zudem gibt es eine Dienstanweisung, die Polizei zu rufen, wenn Mitarbeiter merken, dass ein Gespräch aus dem Ruder laufen könnte", erklärt Saar.

Alarmknopf 

Neben Schulungen zur Entschärfung von Gesprächssituationen für die Mitarbeiter gibt es an den Schreibtischen einen Alarmknopf, erklärt Roswitha Huber, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit in Offenburg. Unterstützung hole sich die Agentur für Arbeit auch von der polizeilichen Prävention. "Sie geben uns Hinweise, dass beispielsweise eine Schere nicht auf dem Schreibtisch liegen sollte, sondern in der Schublade. Zudem soll den Mitarbeitern auch ein kleiner Fluchtweg vom Schreibtisch offen bleiben", gibt Huber Beispiele: "Glücklicherweise müssen wir die Hilfe der Polizei nicht allzu oft in Anspruch nehmen."

Prävention

"Wir können keine signifikante Häufung solcher Fälle feststellen, in denen wir einschreiten müssen", so die Pressestelle des Polizeipräsidiums. Erfahrungsgemäß befänden sich Personen, die in diesem Zusammenhang auffällig werden, in prekären finanziellen Situationen, beschreibt die Polizei die Einsätze. Die Präventionsabteilung habe dafür eine umfangreiche Broschüre mit Ratschlägen zu Gewalt am Arbeitsplatz und durch Kunden sowie den verschiedenen Stufen der Eskalation.

Bombendrohung

"Der schlimme Vorfall zeigt, wie wichtig es als bürgernahe Behörde ist, ein umfangreiches Sicherheitskonzept zu haben", erklärt Michael Großer, Leiter der Stabsstelle Recht beim Landratsamt Ortenaukreis. Eine Bombendrohung vor fast zwei Jahren hatte das Landratsamt schon einmal aufgeschreckt. So bestehe insbesondere in Bereichen wie der Kommunalen Arbeitsförderung, des Migrationsamts oder der Kfz-Zulassung ein Kundenmanagementsystem. Aber auch geeignete bauliche, technische und organisatorische Maßnahmen beugten gefahrenträchtigen Situationen vor. Nicht zuletzt gebe es Dienstanweisungen, Sicherheitsempfehlungen und Fortbildungen für die Mitarbeiter, auch zur Selbstschulung, so Großer. "Die Einführung eines Sicherheitsdienstes sorgt beispielsweise in bestimmten Bereichen für ein erhöhtes Sicherheitsgefühl sowohl bei Mitarbeitern als auch bei Kunden", nennt Großer Maßnahmen. Träten Gefahrensituationen auf, erhielten Mitarbeiter im Anschluss auch fachliche und psychologische Nachbetreuung.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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