Streufahrzeuge warten auf Einsatz
Wintereinbruch kann kommen

Der Schnee kann kommen – auch in Willstätt ist man bereit für den Einsatz.
  • Der Schnee kann kommen – auch in Willstätt ist man bereit für den Einsatz.
  • Foto: Gemeinde Willstätt
  • hochgeladen von Daniela Santo

Ortenau (ds). Noch hat der Schnee das Flachland verschont. Doch wie gut sind die Städte und Gemeinden mit ihren Winterdiensten auf winterliche Straßenverhältnisse vorbereitet? Wir haben nachgefragt.

Kehl

Um 3 Uhr morgens beginnt in Kehl der Bereitschaftsdienst der 34 Mitarbeiter des Betriebshofs, die in sechs Gruppen eingeteilt sind. Dazu kommen weitere acht Mitarbeiter in zwei Gruppen, die dort im Einsatz sind, wo von Hand gestreut werden muss. Ein externer Mitarbeiter streut die Bushaltestellen in den Abendstunden ein. Bereits frühzeitig finden die Überprüfungen der Streupläne statt, falls erforderlich, werden sie angepasst. Zum Auffüllen der Vorräte im Depot wurde bereits im April das nötige Salz bestellt. Dort lagern derzeit rund 400 Tonnen Salz. Zur Vorbereitung gehört zudem die Wartung der Winterdienstgeräte sowie der Trägerfahrzeuge. Denn zum Fuhrpark gehören elf Fahrzeuge. Vier von ihnen sind Großfahrzeuge für den Einsatz auf den Straßen sowie sieben für Rad- und Gehwege. Die Betriebshofmitarbeiter streuen nach den Vorgaben eines Stufenplans. Dort sind die verschiedenen Wege unterschiedlichen Prioritäten zugeordnet. Zunächst streuen die Mitarbeiter die Hauptverkehrsstraßen, die Busstrecken, Krankenhauszufahrten, Kreisverkehre sowie Radwege und weitere gefährliche Stellen. Ziel ist es, dass die Straßen bis zum Einsetzen des Berufsverkehrs um 7 Uhr von Schnee und Eis befreit sind. Im Anschluss werden Zugänge zu Schulen, Kindergärten oder Arztpraxen geräumt, bevor die sogenannten weiteren Erschließungsstraßen an die Reihe kommen. Zudem werden Zufahrten zu Industrie- und Gewerbebetrieben von Eis und Schnee befreit. Zu den kritischen Stellen sind Brücken über die Kinzig zu zählen, wo sich durch das aufsteigende Flusswasser schneller Glatteis bildet. Aktuell halten sich Salz und Sole noch die Waage für die Wintereinsätze. „Allerdings ist der Soleeinsatz klar zu favorisieren“, teilt die Stadt Kehl mit. Der Splitanteil ist der geringste, „aber grundsätzlich ist das immer vom jeweiligen Winter abhängig“, so die Mitteilung. Die 30 Einsätze im vergangenen Winter lagen im Zeitraum von Mitte November bis Ende März.

Lahr

Welche und wie viele Fahrzeuge in Lahr im Einsatz sind, ist stark abhängig vom Wetter. Oft reichen zwei bis drei Fahrzeuge – eins zur Kontrollfahrt und zwei, um vorbeugend Sole auszubringen. Bei einem echten Wintereinbruch mit Schneefall sind dann allerdings fünf Großfahrzeuge, drei Schmalspur-Kommunalfahrzeuge und fünf Kleintraktoren auf den Straßen. Außerdem sind vier Handkolonnen mit je vier Mann und eine mit zwei Mann im Einsatz. Der Winterdienst ist in drei Kategorien eingeteilt: Kategorie eins sind Steil- und Krankenhausstrecken, Kategorie zwei sind Busstrecken und Kreuzungen und Kategorie drei sind leichte Steilstrecken, Radwege und städtische Gebäude. Als Streumaterial dient hauptsächlich Salz. Der größte Teil wird als Feuchtsalz, also mit Sole angesprühtes Salz, ausgebracht.

Willstätt

In Willstätt sind neben den 13 Mitarbeitern des Bauhofs die Hausmeister der gemeindeeigenen Gebäude im Wechsel bereits in Alarmbereitschaft, die Streusalzlager sind gut gefüllt. Auch die Geräte sind einsatzbereit: Im Fuhrpark stehen zwei Unimogs mit Schneepflug und Streugeräten, ein Schlepper mit Schneepflug, Kastenstreuer sowie mehrere fahrbare oder von umgebauten Rasenmähern gezogene Streugeräte zur Verfügung. Mit Streusalz und Split will die Gemeinde bei Eis und Schnee auf Brücken sowie in den Kreisverkehren den Gefahren begegnen.

Rheinau

Für den Winterdienst in Rheinau wurde ein Dienstplan für elf Mitarbeiter erstellt. Die fünf Fahrzeuge sind einsatzbereit, das Salzlager ist gefüllt. Die Bauhofmitarbeiter sind für das innerstädtische Straßennetz, außer den Ortsdurchfahrten der L75 und den Kreisstraßen in Memprechtshofen, Rheinbischofsheim, Hausgereut, Holzhausen, Diersheim und Honau, zuständig. Unterstützt wird der Bauhof bei den Außenanlagen von den jeweiligen Hausmeistern der stadteigenen Gebäude. Im vergangenen Winter war der Bauhof insgesamt zwölf Mal im Einsatz.

Ettenheim

Sechs stadteigene Fahrzeuge und elf Mitarbeiter hat Ettenheim im Winterdienst im Einsatz. Ab November werden nachts Kontrollfahrten durchgeführt, im Bedarfsfall werden die Kollegen für den Streueinsatz alarmiert. Dabei wird das Stadtgebiet in zwei Dringlichkeitsstufen eingeteilt. Stufe eins umfasst die Steilstrecken, die Zufahrt zum Krankenhaus, Schulen, Kindergärten, Kreuzungen, Bushaltestellen sowie verkehrswichtige Straßen. Die Räumung in Stufe zwei erfolgt nach Bedarf. Gestreut wird sowohl mit Feucht- als auch mit Streusalz. 30 Tonnen davon hat die Stadt insgesamt gelagert, wobei der Bestand nie komplett leer gemacht, sondern immer wieder ergänzt wird.

Friesenheim

63 Tonnen Streusalz hat die Gemeinde Friesenheim in zwei Silos auf dem Bauhof eingelagert. Zwei Unimog, ein Kleintraktor und zwei kleine Handtruppen stehen bei Bedarf zur Verfügung. Pro Winterdienst-einsatz sind in Friesenheim neun Mann unterwegs. Hierfür ist der Bauhof 24 Stunden erreichbar.

Rust

In Rust wird das Streusalz in 25-Kilo-Säcken gelagert, insgesamt sind 24 Tonnen vorrätig, davon 18 Tonnen aus dem vergangenen Winter. Vier gemeindeeigene Fahrzeuge sind im Winterdienst im Einsatz, neun Mitarbeiter des Bauhofs stehen hierfür bereit. Es gibt einen Schichtplan, der Bauhofleiter oder sein Stellvertreter verständigen bei Bedarf die jeweils eingeteilte Schicht, die aus vier Mitarbeitern besteht. Brücken, gefährdete Stellen und Straßenkreuzungen werden im Einsatz zuerst angefahren.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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